Beim nächsten Treffen des AK Integration/Migration wollen wir uns kritisch mit der Bundestagswahl und der Rolle der SPD aus integrationspolitischer Sicht beschäftigen. Welche integrationspolitischen Themen spielten im Wahlkampf (k)eine Rolle? Hatte die SPD überzeugende Konzepte für Menschen mit Migrationshintergrund? Und vor allem: Wie muss die Erneuerung der SPD aus integrationspolitischer Sicht aussehen, und was müssen wir als Jusos dazu beitragen? Dazu haben wir eine Referentin eingeladen, die die Integrationspolitik der SPD in den letzten Jahren intensiv verfolgt hat.
Das Treffen findet am 3. November um 19 Uhr im Kurt-Schumacher-Haus (U-Bhf. Wedding) statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Was kommt, was geht und was bleibt unter der neuen schwarz/gelben Bundesregierung in Sachen Integrationspolitik? (von Daniela Kaya)
Kommt ein eigenes Integrationsministerium des Bundes, so wie im Deutschlandplan und von NRW Integrationsminister Laschet (CDU) vorgeschlagen? In der Debatte um die Integrationspolitik in Deutschland hat die Union ein eigenes Ministerium für diesen Bereich ausgeschlossen. CDU Mann Wolfgang Bosbach erklärte das Thema eines solchen Ressorts auf Bundesebene für unnötig. Hier mehr: Bosbach: Neue Regierung plant kein Integrationsministerium | tagesschau.de
Bis wir aus dem Koalitionsvertrag die zukünftige integrationspolitische Linie erkennen können, hier zur Erinnerung kurze Zusammenfassungen der Schwarz/Gelben Wahlprogramme:
Die Union sieht die Integration von Einwanderern als eine "Schlüsselaufgabe" für Deutschland. Gute Deutschkenntnisse hält sie für den entscheidenden Faktor für eine erfolgreiche Integration. Deshalb soll die Sprachförderung ausbaut werden. Die Regelung der Zuwanderung in den EU-Mitgliedsstaaten soll weiterhin in nationaler Verantwortung entschieden werden. Die Union hält die Einbürgerung für einen starken Ausdruck gelungener Integration. Voraussetzung ist für CDU und CSU aber die Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit.
Für die FDP ist Deutschland ein Einwanderungsland. Wie es im Programm heißt, ist das Zusammenleben verschiedener Kulturen "Chance und Bereicherung". Die Zuwanderung soll über ein Punktesystem geregelt werden, vor allem um hoch qualifizierte Arbeitnehmer anzuwerben. Eine wichtige Voraussetzung für eine gelungene Integration ist nach Ansicht der Liberalen das Beherrschen der deutschen Sprache. Deshalb sollen mehr und bessere Integrationskurse angeboten werden. Die FDP verlangt für eine Einbürgerung nicht, dass die ursprüngliche Staatsbürgerschaft aufgegeben wird.
Integrationsgesetz – Wieso, Weshalb, Warum?
Anfang Mai hat der Landesbeirat für Integration ein Integrationsgesetz gefordert. Ursprung dieser Forderung war eine Arbeitsgruppe, die sich mit Möglichkeiten für eine effektivere Vertretung von Menschen mit Migrationshintergrund beschäftigte. Das Ziel: „Integration als politisches Handlungsfeld definieren und entsprechende Festlegungen für strukturelle Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Integrationspolitik“.
Gerade vor dem Hintergrund zahlreicher aktueller Studien, die belegen, dass die Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund in der Gesellschaft nicht funktioniert, eine überfällige Zielsetzung. Nun mag man sich denken, dass diese Zielsetzung schon in vielen Integrationspapieren auftauchte und die SPD sicher schon an der einen oder anderen Stelle erwähntes beschlossen hat. Das wichtige an der Forderung sind aber die strukturellen Rahmenbedingungen, die ein Mehr an Verbindlichkeit schaffen könnte.
Da es leider noch keine offiziellen Papiere zum Thema gibt, können wir momentan frei und grenzenlos über mögliche Forderungen diskutieren. Vielleicht fällt uns dann auch ein Konzept ein, wie wir wild gewordene ehemalige Finanzsenatoren integrieren können!?
German-Turkish Author Seyran Ates: 'Islam Needs a Sexual Revolution' - SPIEGEL ONLINE
Folgend ein Interview mit Seyran Ates u.a. zu ihrem neuen Buch "Der Islam braucht eine sexuelle Revolution". Das Thema ist sicher wichtig und der Titel macht Lust auf das Buch. Aber ihre Unterstützung für Sarrazin müsste nun wirklich nicht sein!
'Islam Needs a Sexual Revolution'
In the run-up to the Frankfurt Book Fair, German-Turkish writer Seyran Ates discusses her new book, which describes the necessity of a sexual revolution in the Islamic world, the recent integration debate in Germany and the arrogance of German women's rights activists.
SPIEGEL: Ms. Ates, in your controversial new book, you call for a sexual revolution in the Islamic world. Ates: You don't know how necessary that is. SPIEGEL: But what exactly do you mean by a sexual revolution? Ates: My use of the term is based on Wilhelm Reich and his book about the sexual revolution. I believe that the Islamic world must grapple with the consequences of rigid sexual morals, not unlike the way, as he describes, the Soviet Union dealt with its own circumstances. It must pursue the path of change, just as any totalitarian system must do when it wants to become a democratic society. Part of the process is that sexuality has to be recognized as something that every individual determines for himself or herself. Institutions like moral and religious police must be abolished. People who have sex before marriage cannot be punished or ostracized by society. Parents must be confronted with the question of why they do not allow their 16-year-old daughter to have a boyfriend, while their sons can brag about how many girlfriends they have. Sex education must be taught in the classroom. Parents shouldn't have to do it, but they should accept it when the schools do it. Young and old people who are already living a self-determined sexuality in the Islamic world have to be more confident and make their voices heard.
Christine Lang, eine Studentin aus Frankreich, sucht zurzeit InterviewpartnerInnen für ihre Masterarbeit zum Thema politisches Engagement von türkeistömmigen Menschen. Nachstehend ihre Anfrage. Wäre schön, wenn wir sie dabei unterstützen könnten.
Ich studiere Soziologie an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris und führe im Rahmen meiner Masterarbeit eine Studie zum politischen Engagement von türkeistämmigen Menschen durch.Dafür suche ich InterviewpartnerInnen, die im politischen oder gesellschaftlichen Bereich aktiv sind (in Vereinen, Initiativen, Parteien, Aktionen etc.) und die in Deutschland aufgewachsen sind. In den Interviews interessiere ich mich für das Engagement, die Motivation und den persönlichen und sozialen Hintergrund. Es handelt sich um sehr offene Fragen und die Interviews sind daher eher wie ein Gespräch. Sie nehmen ca. eine Stunde in Anspruch und werden für die spätere Auswertung aufgenommen, aber selbstverständlich wird das Interviewmaterial anonymisiert verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.Ich würde mich sehr freuen, wenn es bei den Jusos oder sonst in deinem Umfeld Leute gibt, die Interesse und Zeit für ein Interview haben und mit mir Kontakt aufnehmen.
Ich bin erstmal bis Ende Oktober in Berlin und telefonisch erreichbar unter 0151 / 26 83 26 82 oder per Email unter christine.m.lang@gmx.de